Die meisten von uns greifen zu Back- oder Butterbrotpapier, ohne groß darüber nachzudenken. Das Backpapier wird auf das Blech gelegt, darauf die Kekse und ab in den Ofen. Das Pausenbrot wird auf die Schnelle in Butterbrotpapier eingewickelt, und das frische Bäckerbrot wird in einer Papiertüte nach Hause getragen. Diese Utensilien mögen einfach und alltäglich erscheinen, aber tatsächlich sind sie das Ergebnis durchdachter Materialauswahl und komplexer Fertigungsprozesse.
An Papiere, die im Kontakt mit Lebensmitteln verwendet werden, werden unterschiedlichste Anforderungen gestellt. Ob hohe Ofentemperaturen, Feuchtigkeit von frischen Zutaten oder Speisefett, Lebensmittelpapiere müssen sich in vieler Hinsicht bewähren. Sie müssen formstabil sein und strengste Vorschriften für Lebensmittelkontaktmaterialien erfüllen. Und selbstverständlich müssen sich die Lebensmittel leicht vom Papier lösen lassen. Hinter diesen alltäglichen Küchenutensilien steht eine komplexe Kette aus Rohstoffbeschaffung, Faserverarbeitung, Beschichtung, Drucktechniken und Qualitätskontrollsystemen, um die Zweckmäßigkeit und Zuverlässigkeit der Papiere zu gewährleisten.
In den letzten Jahren hat bei Lebensmittelpapieren eine zunehmende Spezialisierung stattgefunden. Anstelle eines einzigen Universalpapiers werden mittlerweile diverse Papiersorten angeboten, die für spezifische Aufgaben ausgelegt sind. Backpapier besitzt Antihafteigenschaften und hohe Hitzebeständigkeit und ist für die Verwendung im Küchenofen vorgesehen. Fettdichtes Papier dient zum Einschlagen von fettigen Lebensmitteln wie Burgern oder Käse. Sulfitpapier wird häufig für empfindliche Trockenprodukte verwendet, z. B. für Gebäck. Durch unterschiedliche Aufbereitung und Veredlung der Fasern können die Materialien mit Eigenschaften versehen werden, die optimal auf den jeweiligen Verwendungszweck abgestimmt sind.
Fettbeständigkeit ohne PFAS
Eine wesentliche Veränderung in der Herstellung von Lebensmittelpapieren ist der schrittweise Verzicht auf per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) gewesen. Diese Chemikalien wurden früher zur Herstellung fettdichter Beschichtungen verwendet. Mit zunehmendem Umweltbewusstsein konnte jedoch die Entwicklung alternativer Verfahren vorangetrieben werden.
Heutzutage kann Fettbeständigkeit oft auch mittels physikalischer Veränderungen der Papierstruktur erreicht werden. Durch mechanische Verfeinerung und Verdichtung der Papierfasern entsteht ein dichtes Fasernetzwerk, das das Eindringen von Ölen und Fetten verlangsamt. Barrierebeschichtungen auf Mineralbasis können die Fettbeständigkeit ebenfalls verbessern, ohne dass fluorierte Verbindungen zum Einsatz kommen.
Backpapier ist ein anschauliches Beispiel für die Anwendung von mineralbasierten Schichten. Viele Backpapiere sind hitzebeständig bis etwa 230 °C und behalten dabei ihre Antihaftwirkung bei. Sie sind in der Regel beidseitig mit einer Silikonbeschichtung versehen, die aus mineralischen Rohstoffen wie Quarz und Sand hergestellt wird. Dank der Beschichtung lassen sich die Backwaren leicht vom Papier lösen, und das Backpapier kann mehrmals verwendet werden.
Es gibt auch eine andere Art von Fettschutzpapier, deren Fettbeständigkeit ausschließlich auf einer speziellen Faserstruktur basiert. Bei Pergamentpapier sind die Zellulosefasern fest zusammengepresst, sodass das Fett nicht leicht in das Papier eindringen kann. Diese Art von Papier wird häufig zum Einschlagen von Lebensmitteln wie Käse, Fleisch oder frittierten Speisen verwendet.
Herkunft von Papierfasern
Da Papier aus Holzfasern hergestellt wird, ist die nachhaltige Rohstoffbeschaffung zu einem wichtigen Thema unter Verpackungsherstellern geworden. Es wurden Zertifizierungssysteme entwickelt, um den Weg der Faserrohstoffe über die gesamte Lieferkette nachzuvollziehen.
Diesbezüglich bilden die FSC- und PEFC-Produktkettenzertifizierungen ein weitgehend anerkanntes Rahmenwerk. Diese Zertifizierungsprogramme ermöglichen die Rückverfolgung von Holzprodukten, von zertifizierten Wäldern über die Zellstoffgewinnung und Papierherstellung bis hin zu ihrer endgültigen Verarbeitung zu Fertigprodukten wie Backpapier oder Einschlagpapier.
Jede Produktionsphase muss nach dokumentierten Verfahren durchgeführt und kontrolliert werden, was wiederum in unabhängigen Audits überprüft wird. Die Zertifizierung bietet Unternehmen und Verbrauchern die Möglichkeit, die Herkunft der Papierfasern konkret zu verfolgen, anstatt sich auf allgemeine Nachhaltigkeitsversprechen verlassen zu müssen.
Innerhalb eines Verpackungssystems werden häufig verschiedene Fasertypen verwendet. Für Oberflächen, die in direkten Kontakt mit Lebensmitteln kommen, werden Primärfasern eingesetzt, während Recyclingfasern für äußere Verpackungsschichten oder Transportverpackungen verwendet werden. Mithilfe von Zertifizierungssystemen lässt sich verfolgen, wo diese Materialien innerhalb des gesamten Herstellungsprozesses verwendet werden.
Bedrucktes Lebensmittelpapier
Viele Arten von Lebensmittelpapier werden bedruckt. Bäckertüten oder Sandwich- und Takeaway-Verpackungen sind häufig mit Firmenlogos, Produktnamen oder Nährwert- und Zutatenangaben versehen. So normal dies auch erscheinen mag, aber tatsächlich erfordert das Bedrucken von biegsamen Papiersorten, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, besondere Überlegungen.
Für diesen Zweck können diverse Drucktechniken eingesetzt werden, u. a. Digitaldruck, Offsetdruck und Flexodruck. Besonders verbreitet ist das Flexodruckverfahren, da es gut für verschiedene Papieroberflächen geeignet ist. Das Verfahren nutzt flexible Druckplatten und Druckeinstellung, was das Bedrucken von glattem und strukturiertem Papier ermöglicht.
Im Flexodruck werden gewöhnlich wasserbasierte Druckfarben verwendet, die für Lebensmittelkontaktmaterialien entwickelt wurden, u. a. Farben, die der Schweizer Verordnung über Materialien mit Lebensmittelkontakt entsprechen. Diese Druckfarben tragen dazu bei, die Migration von Chemikalien in Lebensmittel zu verringern, und gewährleisten dennoch brillante Druckergebnisse.
Moderne Druckbetriebe arbeiten effizienter und mit weniger Ausschuss dank computergestützter Systeme, mit denen die Farbmischung gesteuert und eine gleichbleibende Farbqualität gewährleistet wird. In manchen Betrieben werden Farbpigmentreste sogar als Schwarzpigment bei der Herstellung von Kraftpapier wiederverwendet.
Recycling und Kreislaufwirtschaft
Die Papierindustrie führt zunehmend zirkuläre Produktionsverfahren ein mit dem Ziel, die Abfallmengen zu reduzieren und die Ressourceneffizienz zu verbessern.
Faserabfälle, Rückstände aus der Beschichtung und Druckpigmente können in vielen Fällen gesammelt und wieder in den Produktionsprozess zurückgeführt werden. Einige Betriebe geben für ihre Nebenströme Recyclingquoten von mehr als 99 Prozent an.
Papier- und Kartonreste können an Papierfabriken zurückgeliefert werden, wo sie zu neuen Papierprodukten weiterverarbeitet werden, wie beispielsweise Wickelhülsen für Papierrollen. Überschüssige Papierbögen oder -rollen werden manchmal für Verpackungszwecke wiederverwendet, anstatt sie sofort zu Zellstoff zu verarbeiten.
Auch andere Materialien, die in der Produktion anfallen, können der Wiederverwendung zugeführt werden. Druckfarbenfässer lassen sich beispielsweise für andere Einsatzzwecke und in anderen Bereichen wiederverwenden, und die zum Verpacken von Paletten verwendete Stretchfolie kann zu einem hochwertigen Sekundärrohstoff verarbeitet werden.
Viele Lebensmittelpapiere werden aus Holzzellulose hergestellt und können nach dem Gebrauch in industriellen Kompostieranlagen entsorgt werden. Auch in privaten Haushalten wird Backpapier oft mehrmals wiederverwendet, bevor es weggeworfen wird.
All diese Maßnahmen tragen dazu bei, die Lebensdauer von Materialien zu verlängern, Produktionsabfälle zu reduzieren und die allgemeine Nachhaltigkeit der Branche zu fördern.
Produktionsstandards und zuverlässige Leistung
Um eine gleichbleibende Produktqualität zu gewährleisten, arbeiten viele Hersteller von Papierverpackungen mit strukturierten Umwelt- und Qualitätsmanagementsystemen.
Umweltmanagementsysteme, u. a. nach ISO 14001, helfen bei der Überwachung des Energieverbrauchs, der Ressourceneffizienz und des Abfallmanagements von Produktionsstätten. Qualitätsmanagementsysteme, u. a. nach ISO 9001, tragen dazu bei, dass alle Produktchargen gleichbleibende Qualität und Eigenschaften aufweisen. Dazu gehören beispielsweise Grammatur, Feuchtigkeitsgehalt, Gleichmäßigkeit der Beschichtung und Fettbeständigkeit.
Diese Umwelt- und Qualitätsmanagementsysteme sind für Verbraucher meist nicht sichtbar. Sie beeinflussen jedoch, wie zuverlässig sich Kekse vom Backblech lösen lassen oder wie gut das Sandwich mit dem Brotpapier eingeschlagen werden kann.
Wie passen Unternehmen wie Carccu® ins Bild
Hinter den täglich im Haushalt verwendeten Lebensmittelpapieren stehen Unternehmen, die auf die Weiterverarbeitung und Bedruckung von Papierverpackungsmaterialien spezialisiert sind. Ein Beispiel hierfür ist Carccu®, ein finnischer Hersteller von diversen Lebensmittelpapieren. Das breite Sortiment umfasst Backpapier, fettdichtes Verpackungspapier für Lebensmittel wie Sandwiches, Burger und Käse sowie Papiertüten für Backwaren und Takeaway-Verpackungen. Diese Produkte finden sowohl in privaten Haushalten als auch im Lebensmitteleinzelhandel Anwendung.
In diesem Bereich heben sich Unternehmen oft nicht nur durch die Produkte selbst ab, sondern vor allem mit den zugrundeliegenden Produktionsverfahren. Carccu arbeitet unter Einhaltung der bereits erwähnten Zertifizierungs- und Managementsysteme, d. h. bei der Holzfaserbeschaffung werden die Kriterien gemäß den FSC- und PEFC-Produktkettenzertifizierungssystemen erfüllt, und das Umweltmanagement erfolgt nach ISO 14001. Darüber hinaus setzt Carccu wasserbasierte Druckfarben ein, die für Lebensmittelkontaktmaterialien geeignet sind.
Carccu ist durch den Einsatz des Flexodruckverfahrens in der Lage, fettdichte Papiere und Beutel zu bedrucken, die vollständig aus Papier bestehen. Dieser Ansatz fördert Recycling, da hier im Gegensatz zu Mischlösungen die verwendeten Materialien einem einzigen Materialstrom zugeordnet werden können.
Für Hobbyköche bleiben derartige technische Details meist weitgehend unsichtbar. Dennoch helfen sie bei der Erklärung, warum das Backpapier stets zuverlässig funktioniert, warum Lebensmittel mit Fettschutzpapier eingeschlagen werden können, ohne dass das Papier durchweicht, und warum eine einfache Papiertüte dazu beiträgt, frisches Brot knusprig zu halten.


